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BenBE's humble thoughts Thoughts the world doesn't need yet …

15.07.2009

Gesellschaftlicher Diskurs: Wie in der Schule, so in der Gesellschaft?

Filed under: Politik und Philosophie — Schlagwörter: , , , , — BenBE @ 16:56:35

Beim Stöbern stößt man doch immer wieder auf interessante Themen. Auch wenn diese auf den ersten Blick nicht aktuell scheinen, geschweige denn einen aktuellen Aufhänger haben, so sind diese mit unter doch aktueller und wichtiger denn je. So entdeckte ich bei besagtem Rundgang durch’s Internet einen auf den ersten Blick harmlosen Beitrag über Themen bei Schulaufsätzen, auf die man getrost verzichten könnte. Doch als ich die Themen sah, fühlte ich mich an meine eigene Schulzeit erinnert, da mir die Art der Fragen irgendwoher bekannt vorkam. Und wenn man sich die Themen anschaut, so wird zumindest einiges bzgl. des Zwecks solcher Aufsätze klar.

Naja, sagen wir’s so: Aufsätze sind nicht dazu da, um zu zeigen, dass Du dich mit einem Thema auskennst, sondern dass Du die Anallogie (Arschkunde) beherrscht, also weißt, wie du deinem Vorgesetzten … ja Du weißt schon 😉

Je kontroverser Themen hier aufgebaut sind, desto einfacher fällt dem Lehrer die Bewertung: Stimmt er mit dem geschriebenen überein, so hat man bei sonstiger ausgewogener Leistung gute Aussicht auf gute Zensuren; geht man kontra, so zerstört man nicht nur seine Chancen auf eine gute Punktzahl, sondern unter Umständen die heile Welt des Lehrers. Das muss atürlich – abhängig von dessen psychischer Verfassung – mit niedrigen Punktwerten abgestraft werden.

Dies betrifft zwar nicht alle Individuen, jedoch aus Erfahrung eine ganze Menge. Als unangenehmer Schüler ist man zwar häufig ehrlicher zu seiner Umwelt, was man zudem auf dem Zeugnis durch entsprechend degradierte Sozialnoten akkreditiert bekommt. Somit könnte man durchaus denken, dass gesellschaftlicher Diskurs für bestimmte Themen unerwünscht ist – leider besonders bei Themen, bei denen Veränderung, Akzeptanz oder Toleranz besonders weit oben steht. Und wenn dann auch noch Minderheiten dazukommen, oder es eine vorherrschende Meinung gibt, kann man sich den Versuch einer Diskussion oftmals bereits sparen.

Wie schade, dass in Aufsätzen bei uns immer nur Belanglosigkeiten gefragt waren. Ich hätte gerne mal etwas zur Informationsgesellschaft, fragen der Jugendkultur oder anderer kontroverser, gesellschaftlicher Fragen geschrieben. Aber derlei Themen stehen halt nicht auf der Tagesordnung, da es ja die Schüler üben könnte, Kritik sowohl zu äußern, als auch ihre eigene Meinung besser vertreten zu können. Doch das kann nicht im Interesse einer Gruppe von Menschen liegen, die im Wesentlichen darauf aus sind, ihre eigene Macht zu erhalten; und sich dazu jeglicher Möglichkeiten bedienen, die sich ihnen bieten; das Kultusministerium ist daher nur eine Stütze.

Eine weitere – auch über die Schulzeit hinaus präsente – sind die Medien. Unterstufen-Fernsehen und Boullevard-Blätter, die nur die Nachricht, nicht jedoch einen gesellschaftlichen Diskurs vertreten sind nur eine Fortführung dieser verlorenen Diskussionskultur. Auch wenn vielleicht nicht jeder an derlei leichter Kost interessiert ist, so spricht doch die Übersättigung mit diesen Medien ihre Bände.

Deutschland war einmal ein Land der Dichter und Denker – einen Reim auf die Schieflage kann man sich schon lange nicht mehr bilden; und darüber nachdenken sollte man am besten auch nicht!

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Ein Kommentar »

  1. Jaja… ich hatte Glück.

    2 mal hab ich was sozialkritisches geschrieben. Beide Male gabs trotzdem/deswegen gute Punkte. Aber wie du schon sagst: man muss wissen, mit welchen Lehrern man das machen kann. Wenn ich in einer Geschichts-Arbeit schreibe, dass wir heute wieder in eine gefährliche Richtung laufen, dann kann ich das eben nur bei Lehrern machen, die nicht Blind hinter „dem System“ stehen.
    Oder wenn man in Deutsch schreibt, dass LTI (Lingua Tertii Imperii) interessant, aber in der Konsequenz (Wörter, die man nicht mehr nutzen darf) völliger Quatsch ist. Kann schief gehen, aber mit einem Exkurs in Newspeak kann man sich da schon retten 😉

    Im Endeffekt also: ACK.

    Grüße,
    Martok

    Kommentar von Martok — 16.07.2009 @ 16:08:56

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