{"id":840,"date":"2011-07-12T15:08:50","date_gmt":"2011-07-12T13:08:50","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=840"},"modified":"2011-07-12T15:08:50","modified_gmt":"2011-07-12T13:08:50","slug":"demonstration-freiheit-statt-angst-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=840","title":{"rendered":"Demonstration Freiheit statt Angst 2010"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag dem 11. September 2010 war es wieder einmal so weit. Unter dem Motto &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; hie\u00df es wieder einmal Demonstrieren f\u00fcr mehr B\u00fcrgerrechte und weniger \u00dcberwachungsstaat. Aufgerufen wurde zu dieser Demonstration u.a. vom AK Vorrat, dem AK Zensur, dem FoeBuD, der freien \u00c4rzteschaft, ver.di, sowie zahlreichen anderen Organisationen und Parteien, die sich dem Thema B\u00fcrgerrechte verpflichtet f\u00fchlen. Zur Demonstration kamen laut Veranstaltern etwa 7500 B\u00fcrger, die ihrem Unmut \u00fcber die aktuellen politischen Entwicklungen \u00e4u\u00dfern wollten.<!--more--><\/p>\n<p>Im Kreise der ChaosChemnitz, sowie der Piratenpartei Chemnitz, nam auch eine kleine Ortsgruppe aus meiner Umgebung an der Veranstaltung teil. Aufgrund der sehr stark limitierten Kostenlage splitteten sich unsere Wege aber bereits in Chemnitz und so fuhr ich mit meiner Begleitung um 8:05 \u00fcber Elsterwerda direkt zum Postdamer Platz. Bereits am Bahnhof in Chemnitz traf man eine Reihe oranger Flaggen an. Diese geh\u00f6rten zu einer der zahlreichen Gruppen von Piraten, die im ganzen Bundesgebiet dem Ruf zur Demo gefolgt waren und so nach Berlin aufbrachen.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Berlin selber war, au\u00dfer einer Reihe doch sehr witziger Unterhaltungen mit anderen Teilnehmern der Demo, wenig erw\u00e4hnenswert. Naja, vielleicht eines schon: Wir hatten (au\u00dfer in Brandenburg) mobiles Internet, welches, \u00e4hnlich wie auch auf unseren Stammtischen via Ad-hoc-WLAN unter der SSID &#8222;chemnitz.chaostreff.org&#8220; im Zug verteilt wurde. Gro\u00df benutzt wurde dieses aber trotz Angebot an die Umsitzenden nicht, womit wir die zwischen \/dev\/null und HSDPA schwankende Verbindungsqualit\u00e4t ganz dem Chaos aus Chemnitz zu Gute kommen konnte. Da aber diverse Ger\u00e4te schwache Akkus zeigten und das Handy leider keine Ad-hoc-Netze finden wollte, war die Nutzung des WLANs zeitlich stark beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 13:00 trafen wir dann am Potsdamer Platz in Berlin ein, wo sich bereits zahlreiche Menschenmassen versammelt hatten. Dort verb\u00fcndeten wir uns auch wieder mit den anderen Gruppenteile, von denen wir uns in Chemnitz getrennt hatten. Hier entstanden auch die ersten Photos der Veranstaltung, bzw. den zahlreichen Messest\u00e4nden der beteiligten Organisationen<\/p>\n<p>Womit sich ein Blick auf die Teilnehmerliste geradezu anbietet: Neben den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, also den Piraten, nahmen auch die Gr\u00fcnen, die FDP und die Linke an der Demo teil. Allesamt Parteien, die in ihrer Zeit in der Regierung nicht gerade dadurch gegl\u00e4nzt haben, das durchzusetzen, was mit dieser Demo gefordert wurde. Inwiefern man daher die Shirts der FDP &#8222;Freiheit zieht an&#8220; als zynisch betrachten muss, sei daher dem geneigten Leser \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Mit leichter Versp\u00e4tung begann um 13:15 dann die Vorveranstaltung mit der Verlesung der Demo-Regeln, die im Gegensatz zum Manual des CCC weniger intuitiv gehalten waren. Besondere Auflagen, au\u00dfer den \u00fcblichen Verboten von Glasflaschen gab es nicht; nur eine Last-Minute-\u00c4nderung im Routing der Teilnehmer, was aber ohne Weiteres umzusetzen war. Die Anfrage f\u00fcr die Durchf\u00fchrung eines &#8222;Howto Demonstrate&#8220; wurde von den Teilnehmern mit gro\u00dfer Mehrheit negiert.<\/p>\n<p>Gestartet wurde die Demo-Veranstaltung mit 3 Redebeitr\u00e4gen, die eine Einf\u00fchrung in die Ausgangslage, sowie die aktuellen Entwicklungen der Gesetzeslage gaben.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 14:00 setzte sich der Demonstrationszug bei gem\u00fctlichen 23\u00b0C &#8222;mit maximal 6 Kilometer pro Stunde&#8220; entlang der Route in Bewegung. Im Vergleich zur Demo vor dem Landtag in Dresden war die FSA2010 vergleichsweise ruhig. Also in Bezug auf die Dezibel meine ich. Ausschreitungen im eigentlichen Sinne gab es zwar auf keiner von beiden, aber dennoch war die FSA2010 von einer interessanten Begebenheit gepr\u00e4gt, die auch bereits von Fefe weitergereicht wurde.<\/p>\n<p>Auf der Demonstration selbst wurde von der berliner Polizei nicht gefilmt &#8211; zumindest war dies die Ansage. Was aber gegen\u00fcber den Vorjahren anders war, war die indirekte Aktion &#8222;Ab heute wird zur\u00fcckgefilmt&#8220;, wenn auch nur in begrenztem Umfang.<\/p>\n<p>Mit meiner Begleitung gliederte ich mich anfangs bei den Piraten und ihrem Schiff ein, da ich aber meinen Fokus auf die diversen Plakate gelegt hatte, schaute ich auch bei den anderen Demo-Bl\u00f6cken mit vorbei. Dabei viel auf, dass insbesondere die Gr\u00fcnen auff\u00e4llig h\u00e4ufig auch als Einzelg\u00e4nger in anderen Demo-Bl\u00f6cken anzutreffen waren, was insbesondere bei den Piraten sowie den Linken auf Grund des guten Farbkontrastes recht gut sichtbar war. Wenn man den Demo-Zug also als &#8222;Bunte Angelegenheit&#8220; bezeichnen m\u00f6chte, hat man damit nicht einmal Unrecht, zumal neben dem breiten politischen Spektrum auf ein umfangreiches soziales Spektrum abgedeckt wurde. Neben sehr jungen Teilnehmern, Jugendlichen bis hin zu Rentnern waren alle Altersschichten vertreten; genauso wie die soziale Schichtung von sozial Schwachen bis in die Mittelschicht hinein alles abdeckt.<\/p>\n<p>Mit &#8222;Freiheit zieht an&#8220; war der Slogan, der auf den Shirts der FDP zu finden war. In Kombination mit dem Aufdruck &#8222;Leben Sie. B\u00fcrgerfreiheit.&#8220; geradezu ein Hohn gegen\u00fcber denen, dessen Rechte sie beim Mittragen diverser Sicherheitsgesetze mit F\u00fc\u00dfen getreten haben und dessen Steuergelder sie zum Bezahlen ihrer Hotelrechnungen verprasst haben. Und weil wir grad beim Austeilen von Schelte sind, soll die Linke auch nicht unerw\u00e4hnt bleiben, die bisher noch in keinem Fall der letzten Jahre wesentlich die ihnen gebotenen Chancen zum Verhindern solcher Gesetzesinitiativen wahrgenommen hat. Wer hier einfach nur \u00fcber jeden jubelt, der mit einem in seinen Kampf zieht, der ist blau\u00e4ugig: Auch wenn jede Stimme z\u00e4hlt, wenn man etwas \u00e4ndern m\u00f6chte, so z\u00e4hlt diese Stimme umso mehr, je verl\u00e4sslicher diese auch in schwierigen Zeiten ist. Liebe FDP, liebe Linke, \u00fcbt in Sachen &#8222;Vertrauen verdienen&#8220; noch einmal. Da g\u00e4be es demn\u00e4chst noch so paar Gesetze, um die Ihr euch k\u00fcmmern k\u00f6nntet. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur Demo. Gegen 15:00 erreichte der Demo-Zug das Regierungsviertel, dass geradezu beispielhaft wenig Vertrauen in seine B\u00fcrger demonstrierte. \u00dcberall waren \u00dcberwachungskameras zu sehen. Inwiefern diese wirklich im Zuge der Demo abgeschaltet waren, blieb aber offen. Dem gegen\u00fcber standen allerdings die Ordnungskr\u00e4fte, die regelrecht vereinzelt und teilweise teilnahmslos am Rande des Demo-Zuges standen, w\u00e4hrend sie beobachteten, wie sich die Demonstranten entlang der Demo-Route bewegten.<\/p>\n<p>Gegen 15:30 erreichtn meine Begleitung und ich dann das Holocaust-Denkmal, an dem wir, wie zahlreiche andere auch, eine kurze Pause zur St\u00e4rkung am Rande einlegten und den Demonstrationszug beobachteten. Dabei nutzten wir auch die Chance zahlreiche weitere Flyer diverser Gruppierungen zu sammeln, die voraussichtlich den Stoff f\u00fcr einen weiteren Blog-Post bieten werden.<\/p>\n<p>Kurz vor 16:00, ein schwarz-rot gekleideter Block mit zweifarbigen Deutschland-Flaggen n\u00e4herte sich gerade von hinten, ordneten wir uns schlie\u00dflich wieder mit ein, um uns auf den Weg zur Abschluss-Kundgebung zu machen, welche wir auch nach kurzem weiteren Marsch erreichten.<\/p>\n<p>16:10 auf dem Potsdamer Platz angekommen musste zun\u00e4chst noch das Eintreffen der letzten Teilnehmer des Zuges abgewartet werden. Dieses verz\u00f6gerte sich zun\u00e4chst, da &#8211; soviel man vorne bei der B\u00fchne mitbekam &#8211; die Einsatzkr\u00e4fte eine Reihe von Demonstranten einzukesseln versuchten. Auch auf die Aufforderung der Veranstalter an die Einsatzkr\u00e4fte, ihre Visiere zu \u00f6ffnen, wurde zun\u00e4chst nur z\u00f6gerlich umgesetzt.<\/p>\n<p>Auf der Abschlussveranstaltung selbst war es dann recht ruhig, auch wenn insbesondere die FDP noch einmal laute Buh-Rufe f\u00fcr ihre Inkonsequenz beim Schutz der B\u00fcrgerrechte; was man verspricht, sollte man halt auch halten, liebe FDP \ud83d\ude09 Aber nicht nur berechtigte Selbstkritik an den Teilnehmern wurde ge\u00e4u\u00dfert, sondern auch aufmunternde Worte f\u00fcr das weitere Eintreten f\u00fcr die Ziele der Bewegung. Neben der bisher erreichten Erfolge wurden aber auch die Gefahren der verbleibenden Gefahren und aktuell wieder pr\u00e4senten Gefahren aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Als erster der Redner auf der Abschlusskundgebung sprach &#8230;<\/p>\n<p>Gefolgt von &#8230;<\/p>\n<p>Den Abschluss bildete &#8230;<\/p>\n<p>Gegen 17:15 wurde die Demonstration offiziell beendet und l\u00f6ste sich danach vergleichsweise z\u00fcgig auf. Mit meiner Begleitung zusammen begab ich mich dann zur S-Bahn-Haltestelle, von der aus der Regional-Express in Richtung unserer Unterkunft fahren sollte. Da in diese Richtung jedoch zwei Bahnen fuhren, erwischten wir genau die flasche von beiden, was zu einem Umweg \u00fcber Oranienburg f\u00fchrte, der aber durch einen Junggesellenabschied in der S1 zwischen Oranienburg und Gesundbrunnen durchaus unterhaltsam war.<\/p>\n<p>Nach einem Umweg von etwa einer Stunde erreichten wir dann unsere Unterkunft, wo wir den Abend gem\u00fctlich ausklingen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend bliebe eigentlich nur noch zu sagen, dass sich dieser Tag durchaus gelohnt hat und wir durchaus zahlreiche interessante Menschen getroffen haben.<\/p>\n<p>Fotostrecken:<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=840&amp;md5=df7182aee83dd1476d91a103d0b5d3f7\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag dem 11. 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