{"id":833,"date":"2010-10-02T23:20:48","date_gmt":"2010-10-02T21:20:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=833"},"modified":"2010-10-02T23:20:48","modified_gmt":"2010-10-02T21:20:48","slug":"hardcore-system-restore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=833","title":{"rendered":"Hardcore System Restore"},"content":{"rendered":"<p>Ich mach derwegen ungern Backups, habe aber trotzdem jegliche Daten nahezu vollst\u00e4ndig parat (selbst, wenn ein Restore etwas Suchen bedeutet). Gut, manche Kleinigkeiten fehlen dann zwar, aber das l\u00e4sst sich in den meisten F\u00e4llen verkraften. So, wie es in diesem speziellen Fall von Dienstag Abend der Fall war: Ich wusste zumindest GANZ genau, welche Daten mir im Fall der F\u00e4lle fehlen w\u00fcrden. Denn, wie es nunmal manchmal mit Windows so ist: Irgendwann will es einen einfach nicht mehr lieb haben und verh\u00e4lt sich komisch.<!--more--><\/p>\n<p>So auch in diesem Fall. Ich war grad am Arbeiten, als Windows der Meinung war, dass er nicht auf Festplatte 0, Partition 4 schreiben k\u00f6nne. Nun handelt es sich dabei zwar um ein Ext3-Laufwerk, wo es schon f\u00fcr Normalb\u00fcrger verwunderlich ist, dass ich das Nichtschreiben als Ausnahme verstehe, aber dank passender Treiber liegt der Normalfall f\u00fcr den Zugriff durch Windows in diesem Fall bei &#8222;funktioniert&#8220;.<\/p>\n<p>Das System hatte auch bereits wieder eine Uptime von etwa 30 Tagen erreicht und inzwischen doch ein paar kleinere Lastspitzen aushalten m\u00fcssen. Nein, nicht etwa, dass da 2,8 GiB von 2GiB physikalischem RAM belegt waren. Obwohl, das kam auch dazu, sondern ich meine GDI-Ressourcen-Engp\u00e4sse, die durch eine Limitierung unter Win2K durch umfangreiche Anwendungen wie Azureus, Firefox, Thunderbird und einige weitere leicht auftreten k\u00f6nnen. Zwar ist mein Win2K in der Hinsicht schon etwas aufgebohrt (Registry-Settings auf das vierfache des Defaults erh\u00f6ht), aber irgendwo sind halt doch Engp\u00e4sse. Und leider auch Speicherl\u00f6cher beim Killen von Anwendungen, wodurch mit der Uptime der RAM immer mehr verstopft und der Spielraum f\u00fcr die laufenden Anwendungen immer weiter sinkt.<\/p>\n<p>Der Regelfall beim Erreichen des GDI-Ressourcen-Limits sieht nun so aus, dass Windows einfach Probleme bekommt, die Anwendungen neu zu zeichnen und man mit einem taskleistengrauen Bildschirm zur\u00fcckgelassen wird, auf dem au\u00dfer der Maus nix weiter zu erkennen ist. Eine der bei mir laufenden Anwendungen ist nun auch der Prozess-Explorer, der in solchen F\u00e4llen einen gewissen Bug hat (n\u00e4mlich besagtes Memory Leak), was zwar die belegten GDI-Resourcen wieder freigibt, aber daf\u00fcr andere Resourcen, die durch den verwendeten Kernel-Mode-Treiber belegt wurden, reserviert h\u00e4lt. Das ist zwar jeweils nicht viel, reicht aber aus, um das System wieder in einen stabilen Zustand bzgl. GDI-Resourcen zu bekommen, dabei aber dennoch Handles zu verschwenden (M\u00fcsste bzgl. Process Explorer mal wegen Update schauen, hab nicht ganz die aktuelle Version am Start, denk aber, dass das Problem an sich nicht behoben sein wird).<\/p>\n<p>In diesem speziellen Fall meckerte Windows also nicht mit Hilfe eines grauen Bildschirms, sondern durch besagte Fehlermeldung, die mich nicht weiter gest\u00f6rt h\u00e4tte, w\u00e4re da nicht etwas anderes seltsames: Windows beschwerte sich zudem dar\u00fcber, dass auf meiner Ext3-Platte kein freier Speicher sei, was bei 10,3 GiB Freiraum garantiert nicht der Fall war. Also habe ich kurzerhand eine Konsole ge\u00f6ffnet, um den freien Speicher zu verifizieren und die erwarteten 10,3 GiB vorgefunden. Ein Blick in die Ordner-Struktur war aber dann doch ein Alarmzeichen: Der Ordner \/tmp (ja, ich nutze Unix-Pfade) beinhaltete nur einen Eintrag ., nicht jedoch .. &#8211; HIER stimmte also definitiv etwas nicht. Also: Sofort SANFTEN Shutdown angesto\u00dfen, letzte Dokumente abgespeichert (unter Vermeidung von C: und Z:. Ein harter Reset w\u00e4re hier zwar m\u00f6glich wgewesen, da das System aber bereits inkonsistent war, wollte ich wenigstens die Caches und Logs der Filesystem-Treiber sauber auf der Platte wissen. Damit vermeidet man etwas Stress beim Reparieren der Dateisysteme.<\/p>\n<p>Da ich auf Grund meiner Voruntersuchung wusste, dass die Ext3-Partition wahrscheinlich nicht konsistent war, ging es sofort im n\u00e4chsten Arbeitsgang an das Einlegen einer Linux-Live-CD, um eine vollst\u00e4ndige Pr\u00fcfung der Partition vorzunehmen: Zuerst read-only, nach \u00dcberpr\u00fcfung der durchzuf\u00fchrenden \u00c4nderungen auch mit Schreiberlaubnis. Au\u00dfer ein paar Inkonsistenzen beim freien Speicherplatz war auf der Partition nichts zu beanstanden. Das Mounten der NTFS-Partition von Windows habe ich aus Linux nicht probiert, da ich davon ausging, dass diese nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein erneuter Startversuch von Windows widerlegte diese Annahme jedoch: Behauptete Windows doch, dass er \/WINNT\/SYSTEM32\/CONFIG\/SYSTEM nicht finden k\u00f6nne. Da es mittlerweile aber bereits Halb 3 war und ich den n\u00e4chsten Tag kurz nach 7 aufstehen wollte\/musste, war an dieser Stelle f\u00fcr&#8217;s Erste Schluss. Zudem fehlte mir grad ein f\u00fcr das weitere Vorgehen notwendiges Tool.<\/p>\n<p>Heute ging es nun weiter. Der dabei wichtigste Schritt war es, mir die fehlenden Werkzeuge zu holen, die mir Mittwoch fehlten: Eine Windows-Boot-CD. Ja, sowas gibt es. Und ich mein nicht, diese lahmen Setup-CDs, nach deren Verwendung Windows zwar l\u00e4uft, DAS Windows aber nicht mehr, sondern in meinem Falle eine BartPE, auf der nebst einem Dateimanager noch eine Reihe weiterer Tools f\u00fcr den Netzwerk-Zugang vorhanden waren.<\/p>\n<p>Trotz der etwas ungew\u00f6hnlichen Konfiguration (Windows 2000 auf SATA-Platte) startete die CD erfolgreich und auch der Netzwerk-Chipsatz wurde problemlos erkannt. Womit auch ein weiterer Schritt begannt: Ziehen eines Backup-Images der Platte; schlie\u00dflich wollte man ja was zum Zur\u00fcckspielen haben, um die Zerst\u00f6rung seines Systems nochmals probieren zu k\u00f6nnen. Aber bevor es daf\u00fcr soweit war, gab es einen Testlauf nach dem Motto &#8222;no Risk, No Fun&#8220; und die Ausgabe des Read-Only-Chkdsk sah auch viel versprechend aus: 4 inkonsistente Dateieintr\u00e4ge und paar Unstimmigkeiten in den Index-Tabellen: Kurzum beste Voraussetzungen daf\u00fcr, dass man Chkdsk mal auf&#8217;s Laufwerk schreiben lassen kann (was ich keinem empfehlen m\u00f6chte, der nicht absolut wei\u00df, was er an dieser Stelle tut!!!). <\/p>\n<p>Dateisystem korrigiert, Backup beauftragt. aDas hie\u00df f\u00fcr 7GiB \u00fcber 100MBit etwa 4 Stunden warten. Weitere 8 Stunden gingen danach f\u00fcr das Verifizieren des Backups drauf. Wenn man schon ein defektes Backup hat, sollte dieses wenigstens konsistent kaputt sein. Sorry, ich werd zynisch \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Achja, stimmt. Wir waren bei Inkonsistenzen. Da die Ext3-Partition defekt war, die Windows-Partition defekt war und Windows trotz der Reparatur beider partitionen IMMER noch nicht bootete, gab es nun noch einen Versuch, der die L\u00f6sung f\u00fcr einen erfolgreichen Systemstart darstellte: Man spielt ein Backup ein \ud83d\ude1b Nicht irgendeines, aber mit der Sicherung der Registry klappt es manchmal. <\/p>\n<pre lang=\"dos\">copy system.alt system<\/pre>\n<p>Kurzer Reboot &#8230; und Windows strahlt einen wieder genauso jungfr\u00e4ulich wie die Einlagerungen der Asse an. Alles noch da und selbst das Benutzerprofil hat es zu meiner Verwunderung \u00fcberlebt. Immerhin was. Hatte schon die Bef\u00fcrchtung, mein System auf Linux umstellen zu m\u00fcssen. Denn Neuinstall hei\u00dft Linux. So konsequent bin ich dann wenigstens. Auch wenn ich schon nicht gerne neu installiere. Aber irgendwie halte ich doch an meinen alten Systemen fest, auch wenn mich f\u00fcr dieses Windows schon so mancher schr\u00e4g angeguckt hat.<\/p>\n<p>Aber wenigstens bootet es (wieder)!<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=833&amp;md5=27dec726cbfc054eb66f062f5622aced\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mach derwegen ungern Backups, habe aber trotzdem jegliche Daten nahezu vollst\u00e4ndig parat (selbst, wenn ein Restore etwas Suchen bedeutet). Gut, manche Kleinigkeiten fehlen dann zwar, aber das l\u00e4sst sich in den meisten F\u00e4llen verkraften. 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