{"id":673,"date":"2010-07-06T17:15:45","date_gmt":"2010-07-06T15:15:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=673"},"modified":"2010-07-06T17:15:45","modified_gmt":"2010-07-06T15:15:45","slug":"hiobsbotschaften-ohne-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=673","title":{"rendered":"Hiobsbotschaften ohne Ende"},"content":{"rendered":"<p>Schon seit l\u00e4ngerer Zeit scheint es in diesem Land immer weiter bergab zu gehen. Also nicht im Sinne, dass es den Menschen schlechter gehen w\u00fcrde, sondern, dass die Menschen unzufriedener werden. Unzufrieden aber auch nicht mit sich, sondern ihrer Umwelt. Keine hat mehr Lust, in diesem Land zu leben, jeder zieht nur noch eine Fresse und lebt sein allt\u00e4gliches, graues Leben, um am Ende dort zu stehen, wo man losgegangen ist. Positives Denken ist eine absolute Seltenheit geworden. Das ist zwar schade, aber angesichts der Umst\u00e4nde recht gut nachvollziehbar.<!--more--><\/p>\n<p>Und wenn ich meine &#8222;Umst\u00e4nde&#8220;, meine ich nicht, dass es immer mehr Arbeitslosigkeit gibt, immer mehr Leute auf Unterst\u00fctzung durch den Staat angewiesen sind und immer weniger sich doch von diesem Staat vertreten f\u00fchlen. Ich meine dieses seltsam dumpfe Gef\u00fchl, in einem Staat zu leben und doch kein Teil von ihm zu sein. Und wenn man sich irgendwo einbringen m\u00f6chte, so m\u00fcndet dieser Tatendrang nicht selten in Verdrossenheit dar\u00fcber, dass man \u00dcberh\u00f6rt, wenn nicht gar absichtlich ignoriert, wird.<\/p>\n<p>Sammelt man diese R\u00fcckschl\u00e4ge, nicht nur in Hinblick auf die eigene Arbeit f\u00fcr den Staat, sondern auch gerade bei Arbeit, Hobbies, sprich dem gesellschaftlichen Leben, so sieht man doch jede Menge Frust, der sich mit der Zeit anstaut: Frust, der die eigene Wahrnehmung und das eigene Selbstwertgef\u00fchl nachhaltig sch\u00e4digt. I Endeffekt zieht jeder nur noch eine Fresse, weil man egal was man versucht, doch nur auf der Stelle tritt, nicht vorankommt.<\/p>\n<p>Best\u00e4rkt wird dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit zudem durch die Wahrnehmung der anderen, meist unerreichbar fernen Bonzen, denen jeder Wunsch aus ihren F\u00fcrzen abgelesen wird, nur weil Sie verga\u00dfen, ihren Hofstaat willf\u00e4hriger Lakaien vorher in den Urlaub zu schicken. Und statt diesen Einfluss mit R\u00fccksicht auf andere einzusetzen, siegt regelm\u00e4\u00dfig die eigene Selbstgef\u00e4lligkeit. Man kriecht doch lieber im Hinterteil des Vorgesetzten, statt durch R\u00fcckgrat Schw\u00e4chere zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Unserem Land geht es wahrlich nicht schlecht. Wir haben durchaus Potential, mehr aus uns zu machen. Wir k\u00f6nnen viel mehr erreichen, als derzeit durch das vorherrschende Rumgemaule sichtbar wird.<\/p>\n<p>Jedoch m\u00fcssen wir dazu die Weltsicht drastisch \u00e4ndern. Nicht das negative Denken bringt uns Fortschritt, sondern der Glaube und das Vertrauen in Andere. Fangen wir also einmal an, selber positiv von anderen zu denken, und vertrauen darauf, dass es andere uns gleich tun werden, wenn Sie unsere Leistung anerkennen. Im Zentrum d\u00fcrfen aber nicht wir selbst stehen, sondern andere. Nur indem wir andere unterst\u00fctzen, schaffen wir einen Staat, in dem sich alle eingebunden und wohl f\u00fchlen; einen Staat, in dem sich alle als eine Familie verstehen, deren Gemeinschaftsgef\u00fchl zu einer positiven Weltsicht f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Denn diese positive Weltsicht brauchen wir, nicht zuletzt um unser eigenes Potential auszusch\u00f6pfen. Wer st\u00e4ndig nur das Schlechte in sich und anderen sieht, zerst\u00f6rt nicht allein seine eigenen Chancen, aber zus\u00e4tzlich auch all das, was die Umwelt f\u00fcr andere lebenswert macht. F\u00e4ngt man jedoch bereits im kleinen an, Inseln zu schaffen, die jedem einen herzlichen Empfang und die M\u00f6glichkeit f\u00fcr den R\u00fcckzug von Sorgen erm\u00f6glichen, schafft man zuerst Inseln, sp\u00e4ter jedoch ganze R\u00fcckzugsgebiete, die das Abschalten von Sorgen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Und Gr\u00fcnde um abschalten zu wollen, gibt es genug. In den Nachrichten, die in wesentlichen Teilen die Wahrnehmung der Umgebung darstellen, wird keine konstruktive Weltsicht vermittelt. Aber selbst wenn eine rosa Brille zum Wiedergeben der Welt reichlich ungeeignet ist, ist ein Tenor von &#8222;Wir werden alle sterben!&#8220;-Mie\u00dfmache genauso wenig hilfreich. Sehen wir unsere Lage doch einfach einmal positiv: Gestern standen wir noch vor dem Abgrund; heute sind wir bereits einen Schritt weiter!<\/p>\n<p>Unsere Probleme werden auf die kommenden Jahre durchaus die gleichen bleiben, aber nur dadurch, dass wir alles schlecht reden, verschwinden sie auch nicht. Es gilt Anpacken und die Probleme angehen, um L\u00f6sungen zu finden, um unser Leben Schritt f\u00fcr Schritt lebenswerter zu gestalten, anstatt in der Ecke zu hocken und \u00fcber die 23 Cent weniger am Monatsende zu heulen.<\/p>\n<p>Schauen wir doch einmal, wo unser Geld bleibt. Sollten wir nicht unser Geld in die Jugend, in die n\u00e4chste Generation investieren &#8211; eine Anlage in <em>unsere<\/em> Zukunft, eine geeinsame Zukunft. Wie dekadent ist es da doch, wenn man am Horizont sieht, wie die Ewiggestrige Elite im Arschkriechen sich selbst immer wieder ihr letztes Abendmahl bei viel Musik zuschiebt, bevor sie am Rande des Horizonts der Bedeutungslosigkeit im Nebel des Vergessens verschwindet. Wir halten immer die Fahne der Br\u00fcderlichkeit in den Wind, aber wenn es darum geht, freundschaftlich aufeinander zuzugehen, sind die freundlichsten Worte, die uns \u00fcber die Lippen bekommen Scud, Cruise Missile und Leopard. <\/p>\n<p>Es ist diese Mentalit\u00e4t, im Anderen immer nur das Schlechteste zu sehen und unser gesamtes Leben auf Wettkampf auszulegen, mit der wir es uns schwer machen. Sobald wir einsehen, dass ein freundliches Miteinander mehr bringt, als st\u00e4ndig einem anderen etwas beweisen zu m\u00fcssen, werden wir endlich Zeit haben, uns um die eigentlichen Probleme zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Auch sollten wir aufh\u00f6ren, es jedem st\u00e4ndig Recht zu machen. Wir sind alle Menschen mit Fehlern und mit diesen sollten wir, so gut es geht, umzugehen lernen. Und jeder besitzt diese Fehler, weshalb es keinem etwas n\u00fctzt, st\u00e4ndig wieder auf diesen rumzuhacken, da sie dadurch nicht beseitigt werden. Genauso wenig sie durch eine Maske verdeckt werden, die viele doch so allt\u00e4glich tragen, wie die Kleidung am K\u00f6rper. Menschen, sind Menschen sind Menschen &#8211; und werden es auch immer bleiben. <\/p>\n<p>Machen wir also unserer Umwelt nichts vor und seien wir einfach mal ehrlich: Die Wahrheit kann richtig grausam sein; insbesondere, wenn man sie nicht h\u00f6ren will. Statt also f\u00fcr jeden seine angenehme Wahrheit zurechtzulegen, sollten wir einmal offen und ehrlich zueinander sein. Wenn man jemanden mag, darf dieser das gerne wissen; warum also nicht auch im gegenteiligen Fall? Oft genug l\u00fcgen wir uns unsere Welt zusammen, malen nur die sch\u00f6nsten Facetten auf, statt das h\u00e4ssliche Bollwerk der Vergangenheit, was wir mit uns herumtragen, endlich seiner gerechten Bestimmung zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir leben in einem sch\u00f6nen Land. Aber statt von der Vergangenheit in eine selbstbestimmte Zukunft voranzuschreiten, d\u00fcmpeln wir planlos umher &#8211; und finden es toll! Unm\u00fcndigkeit ist so toll; was w\u00fcrden wir nur tun, wenn wir einmal selber denken m\u00fcssten? Denken m\u00fcssten, was wir selber wollen, um aus unserem vermurksten Jetzt eine bessere Zukunft f\u00fcr alle zu schaffen.<\/p>\n<p>Aber stattdessen ziehen wir eine Fresse, f\u00fchren Doppelleben und resignieren ob der Unm\u00f6glichkeit, etwas zu \u00e4ndern. Jeder wartet auf den ersten Schritt, aber keine m\u00f6chte ihn gehen. Lasst uns doch unsere Zukunft einmal selbst gestalten! Statt sich \u00fcber den status quo aufzuregen, lasst uns Pl\u00e4ne schmieden, um ihn zu \u00e4ndern! Wer f\u00fcr etwas k\u00e4mpft, kann verlieren. Wer nicht k\u00e4mpft, hat bereits verloren. Und genau diesen Kampf um Ver\u00e4nderung gilt es zu bestreiten, statt resigniert in der Ecke zu liegen und darauf zu warten, dass die Ver\u00e4nderung vorbeikommt.<\/p>\n<p>Ein zufriedenes Leben l\u00e4sst sich nicht zuletzt dadurch f\u00fchren, dass man von sich sagen kann, dass man etwas f\u00fcr andere oder sich selbst erreicht hat. Wir sollten aktiv werden, und nicht in den Tag hinein leben. Das Leben ist mehr, als morgens aufstehen, Essen zwischen den Z\u00e4hnen zu haben und abends wieder im Bett einzuschlafen. Erst, wenn man sich selbst nach seinen eigenen M\u00f6glichkeiten verwirklicht, kann man erf\u00fcllt leben; hat man gar erst die Berechtigung, sich aufzuregen. Verdrossen in der Ecke sitzen ist weder ein gl\u00fcckliches Zeichen, und erst recht kein Symbol der Zufriedenheit.<\/p>\n<p>Die Welt ist sch\u00f6n &#8211; sehen wir sie doch auch einfach so. Lasst uns ihre Potentiale ergr\u00fcnden und das Beste daraus erschaffen.<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=673&amp;md5=00cb484dd6375ab184e5922e219dd1e4\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon seit l\u00e4ngerer Zeit scheint es in diesem Land immer weiter bergab zu gehen. Also nicht im Sinne, dass es den Menschen schlechter gehen w\u00fcrde, sondern, dass die Menschen unzufriedener werden. Unzufrieden aber auch nicht mit sich, sondern ihrer Umwelt. 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