{"id":513,"date":"2010-02-03T11:55:21","date_gmt":"2010-02-03T10:55:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=513"},"modified":"2010-02-03T11:55:21","modified_gmt":"2010-02-03T10:55:21","slug":"alkohol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=513","title":{"rendered":"Alkohol"},"content":{"rendered":"<p>Heute erreichte mich <a href=\"http:\/\/twitter.com\/ePetitionStats\">\u00fcber den Ticker<\/a> eine <a href=\"http:\/\/twitter.com\/ePetitionStats\/status\/8582067440\">besonders eindrucksvolle Petition<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Suchtgefahren &#8211; Aufnahme von Ethanol ins Bet\u00e4ubungsmittelgesetz<\/strong><br \/>\nMitzeichnungsfrist endet am 2010-03-18: <\/p>\n<p><strong>Die Petition hat folgenden Wortlaut:<\/strong><br \/>\nDer Deutsche Bundestag m\u00f6ge beschlie\u00dfen, dass Ethanol, soweit er der Herstellung alkoholhaltiger Zubereitungen zum Zwecke des Genusses dient, in Anhang II des Bet\u00e4ubungsmittelgesetztes (BtMG) aufgenommen wird. Sofern keine Alternativen zu Ethanol existieren und das Endprodukt nicht f\u00fcr Genusszwecke geeignet ist, sollte die industrielle Verwendung von Ethanol nur durch Genehmigung, \u00fcber die im Einzelfall beh\u00f6rdlich entschieden wird, erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n<p><strong>Begr\u00fcndung:<\/strong><br \/>\nDer regelm\u00e4\u00dfige Konsum von Ethanol (Alkohol) f\u00fchrt zur Abh\u00e4ngigkeit. Bei missbr\u00e4uchlicher Verwendung verursacht Ethanol Sch\u00e4den im gesamten K\u00f6rper. Da er ein hochwirksames Neurotoxin darstellt sch\u00e4digt er besonders das Nervensystem. Die h\u00e4ufigsten Erkrankungen durch Alkohol, neben der Sucht, sind Leberzirrhose, Pankreatitis, Polyneuritis, die Wernicke-Enzephalopathie und das Korsakow-Syndrom. Die Statistik der Deutschen Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen (DHS) zeigt, dass in der Bundesrepublik 3.3 Mio. Personen abh\u00e4ngig von Alkohol sind oder ihn missbr\u00e4uchlich konsumieren, 9,5 Mio. t\u00e4glich gesundheitssch\u00e4dliche Mengen trinken und j\u00e4hrlich mehr als 73.000 Menschen aufgrund \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Alkoholkonsums allein oder in Kombination mit Tabakgebrauch sterben. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums werden auf ca. 24 Mrd. Euro j\u00e4hrlich beziffert, wohingegen die alkoholassoziierten Steuereinnahmen nur etwa 3 Mrd. Euro betragen. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes wurden im Jahr 2008 393.000 Bundesb\u00fcrger wegen alkoholbedingter Krankheiten behandelt, 333.000 davon wegen psychischer und Verhaltensst\u00f6rungen. Damit ist Alkohol f\u00fcr insgesamt 60-mal so viele Behandlungsf\u00e4lle verantwortlich wie das in Anhang I des Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes (BtMG) stehende Cannabis. Keine andere Droge verursacht einen gr\u00f6\u00dferen gesellschaftlichen Schaden als Alkohol. Erst vor wenigen Tagen r\u00e4umte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, sowohl in einem Internet-Chat zu Thema &#8222;Keine Drogenkontrollen an Schulen&#8220;, als auch in einer Antwort auf Abgeordnetenwatch ein, dass f\u00fcr die legale Droge Alkohol keine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorliegt. Aufgrund einer fehlenden Unbedenklichkeitsbescheinigung h\u00e4lt die Bundesregierung das Verbot von Cannabis f\u00fcr zwingend notwendig. Angesichts der immensen Sch\u00e4den durch den Konsum von Alkohol, besonders im Vergleich zum geringen Risiko des Cannabiskonsums, ist ein freier Zugriff auf Ethanol deshalb nicht zu rechtfertigen. Vor allem aber das Versagen des Gesetzgebers beim Jugendschutz, welches durch die zunehmende Berichterstattung \u00fcber das Trinkverhalten deutscher Jugendlicher entlarvt wird, zeigt, dass der fl\u00e4chendeckend veranwortungslose Konsum von Alkohol beendet werden muss. Wie die herrschende Drogenpolitik zeigt, h\u00e4lt der Gesetzgeber es grunds\u00e4tzlich f\u00fcr notwendig, konsumbedingten Risiken mit Strafverfolgung zu begegnen. Unerkl\u00e4rlicherweise findet dieser Grundsatz beim Alkohol keine Anwendung. Der Staat hat jedoch die Pflicht seine B\u00fcrger vor Gesundheitsgefahren zu sch\u00fctzen. Dementsprechend ist es inakzeptabel, dass der Gesetzgeber seine B\u00fcrger nicht angemessen vor den Gefahren durch Alkohol besch\u00fctzt, sondern lediglich Mittel w\u00e4hlt, die er selbst garnicht f\u00fcr ausreichend h\u00e4lt, um konsumbedingte Risiken zu unterbinden. Die Bundesregierung betreibt, an ihren eigenen drogenpolitischen Ma\u00dfst\u00e4ben gemessen, nur eine Scheinpolitik, wenn es darum geht, den Auswirkungen des Alkoholkonsums zu begegnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Na dann: Prost!<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=513&amp;md5=f50a24b0334048e3df3f5d37a4f84e2f\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute erreichte mich \u00fcber den Ticker eine besonders eindrucksvolle Petition: Suchtgefahren &#8211; Aufnahme von Ethanol ins Bet\u00e4ubungsmittelgesetz Mitzeichnungsfrist endet am 2010-03-18: Die Petition hat folgenden Wortlaut: Der Deutsche Bundestag m\u00f6ge beschlie\u00dfen, dass Ethanol, soweit er der Herstellung alkoholhaltiger Zubereitungen zum Zwecke des Genusses dient, in Anhang II des Bet\u00e4ubungsmittelgesetztes (BtMG) aufgenommen wird. Sofern keine Alternativen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[347,95,170],"class_list":["post-513","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fun","tag-fun","tag-gesellschaft","tag-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=513"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":514,"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/513\/revisions\/514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}