{"id":370,"date":"2009-08-08T15:06:05","date_gmt":"2009-08-08T13:06:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=370"},"modified":"2009-08-08T15:29:04","modified_gmt":"2009-08-08T13:29:04","slug":"debian-from-the-stick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=370","title":{"rendered":"Debian from the Stick"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich ist die Installation von Debian auf einem System ganz einfach und auch bei Nutzung eines USB-Sticks, sollte es eigentlich KEINE wirklichen Probleme geben &#8211; k\u00f6nnte man meinen. Und auch in Bezug auf die Auswahl der zu installierenden Software stimmt das, wenn man danach aber versucht, sein System zu booten, kann es durchaus etwas seltsam werden.<!--more--><\/p>\n<p>So bietet das Debian-Setup durchaus ein paar richtig fiese Stolper-Steine, sollte man den Bootloader falsch konfiguriert haben, bzw. nicht wissen, wie das Setup die Festplatten im System relativ zum USB-Stick eingehangen hat.<\/p>\n<p>Aber gut: Vielleicht sollte man erst einmal die System-Konfiguration erkl\u00e4ren: Mein neuer Rechner beinhaltet 6 Festplatten, die \u00fcber SATA angeschlossen sind und zusammen als RAID6 als Datenspeicher verwendet werden. Das eigentliche Betriebssystem des Rechners befindet sich auf einem extern angeschlossenen USB-Stick, von dem auch gebootet werden soll.<\/p>\n<p>Das Konfigurieren dieses Setups ist durchaus nicht trivial, l\u00e4sst sich aber bei Befolgung der Anweisungen der manuellen Partitionierung durchaus ohne allzu gro\u00dfe Probleme leicht einstellen. Vergisst man auch nicht, auf dem Stick f\u00fcr das Root-Dateisystem ein Bootflag zu setzen, ist man eigentlich schon fast am Ziel &#8211; aber eben nur fast.<\/p>\n<p>Nach der \u00dcbernahme der Partitionierung und dem &#8211; zumeist erfolgreichen &#8211; Aufspielen des Systems, fragt Debian irgendwann einmal ob man denn nun einen Bootloader installieren m\u00f6chte. Da man sein frisch installiertes System gerne bewundern m\u00f6chte, sollte ma diese Option w\u00e4hlen. Bis hierhin alles kein Problem; ohne einen wirklichen Unterschied zu einer Install auf Festplatte.<\/p>\n<p>Doch nun fangen auch schon die Unterschiede an: Wer nun reflexartig auf &#8222;in den Masterboot-Record installieren&#8220; anklickt (oder in der wunderbaren alten Text-Installation bet\u00e4tigt), wird von sein System im H\u00f6chstfall die Meldung &#8222;No system disk. Press any key to reboot &#8230;&#8220; oder analoge Aussagen bestaunen k\u00f6nnen. Also geben wir GRUB bescheid, er m\u00f6ge doch bitte nach \/dev\/sdk installieren &#8211; was zwar auch nicht stimmt, aber schon mal den Bootcode in den korrekten Bootsektor verfrachtet. Booten k\u00f6nnen wir so aber trotzdem noch nicht sauber: GRUB installiert zwar daraufhin den Bootsektor und seine Konfiguration, da in dieser jedoch ein falsches Root-Device stehen wird, wird das mit dem Starten so nix werden.<\/p>\n<p>Nimmt man wieder die oben beschriebene Konfiguration als Grundlage, so entsteht etwa folgende Zuordnung der Laufwerke, w\u00e4hrend des Setups:<br \/>\n<code>(hd0): sda (sda1) # SCSI:1:0:0:0<br \/>\n(hd1): sdb (sdb1) # SCSI:2:0:0:0<br \/>\n(hd2): sdc (sdc1) # SCSI:3:0:0:0<br \/>\n(hd3): sdd (sdd1) # SCSI:4:0:0:0<br \/>\n(hd4): sde (sde1) # SCSI:5:0:0:0<br \/>\n(hd5): sdf (sdf1) # SCSI:6:0:0:0<br \/>\n(hd6): sdk (sdk1 sdk2) # USB\/SCSI:7:0:0:0*<br \/>\nmd0 (sda1 sdb1 sdc1 sdd1 sde1 sdf1) #RAID6 mit mdadm<\/code><br \/>\n*Nein, ich wei\u00df auch nicht, warum der Installer das auf sdk statt sdg gelegt hat &#8230;<\/p>\n<p>Wie oben erw\u00e4hnt, l\u00e4sst man GRUB seinen Bootsektor nach sdk in den MBR schreiben. GRUB erkennt daraufhin mehr oder weniger aus Gewohnheit, dass das Boot-Dateisystem somit in hd6 liegen m\u00fcsste (laut obiger Tabelle). Soweit korrekt erkannt; nur leider in der Praxis wieder GANZ anders.<\/p>\n<p>Bootet man n\u00e4mlich nun sein System, so legt das BIOS pl\u00f6tzlich bei einem Bootvorgang von USB die Devices ganz anders:<br \/>\n<code>(hd1): sda (sda1) # SCSI:1:0:0:0<br \/>\n(hd2): sdb (sdb1) # SCSI:2:0:0:0<br \/>\n(hd3): sdc (sdc1) # SCSI:3:0:0:0<br \/>\n(hd4): sdd (sdd1) # SCSI:4:0:0:0<br \/>\n(hd5): sde (sde1) # SCSI:5:0:0:0<br \/>\n(hd6): sdf (sdf1) # SCSI:6:0:0:0<br \/>\n(hd0): sdg (sdg1 sdg2) # USB\/SCSI:7:0:0:0**<br \/>\nmd0 (sda1 sdb1 sdc1 sdd1 sde1 sdf1) #RAID6 mit mdadm<\/code><br \/>\n**Und ja, hier steht jetzt wirklich das zu erwartende sdg; daf\u00fcr ist die hd-Angabe komplett unerwartet \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Aber zumindest kommt man, sollte man das richtige Device erwischt haben, zumindest bis ins Grub-Men\u00fc. Die Auswahl der gew\u00fcnschten Boot-Option liefert aber lediglich einen &#8222;Error 2: Bad file or directory type&#8220;, die an Aussagekraft kaum zu \u00fcberbieten ist. <\/p>\n<p>Gebootet bekommt man sein System dennoch mit einem kleinen Trick: Als erstes w\u00e4hlt man den zu startenden Men\u00fceintrag aus und best\u00e4tigt dieen mit e. Anschlie\u00dfend wiederholt man das e f\u00fcr die root-Zeile und \u00e4ndert dort (hd6,0) in (hd0,0). Das Best\u00e4tigen mit ENTER speichert diese \u00c4nderung vorerst. Zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigt nun auch der zweite Eintrag eine kurze Anpassung: Durch einen Druck auf e kommt man auch hier in den Editor, um den unter root= angegebenen Device-Namen von \/dev\/sdk1 nach \/dev\/sdg1 zu \u00e4ndern. Nach dem Speichern auch dieser \u00c4nderung, sollte das System mit einem beherzten Bet\u00e4tigen des Bs starten &#8211; wenn nicht, sollte man mit der Setup-CD und einer von dortaus gestarteten Shell nochmals die Device-Kennungen f\u00fcr das Root-Dateisystem pr\u00fcfen. F\u00fcr das Root-Device in GRUB gilt scheinbar f\u00fcr USB-Sticks IMMER (hd0).<\/p>\n<p>Sobald unser frisch installiertes Linux nun gebootet hat und sich mit der Frage nach einem Login meldet, sollte man diese \u00c4nderungen noch Fest in Grub einrichten. im einfachsten Fall sollte dies eine Anpassung in \/boot\/grub\/menu.lst tun. Empfehlenswert ist hierbei, den Eintrag gleich f\u00fcr alle Konfigurationen anzupassen.<\/p>\n<p>Wenn nun alles korrekt angepasst wurde, sollte man noch einen Test machen, ob es nun wirklich korrekt bootet, um sich anschlie\u00dfend \u00fcber sein funktionierendes Linux from a Stick zu freuen.<!--more--><\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=370&amp;md5=8dea59350f3309456a7d902ad702247e\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist die Installation von Debian auf einem System ganz einfach und auch bei Nutzung eines USB-Sticks, sollte es eigentlich KEINE wirklichen Probleme geben &#8211; k\u00f6nnte man meinen. 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