{"id":1365,"date":"2013-03-29T21:54:17","date_gmt":"2013-03-29T20:54:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=1365"},"modified":"2013-04-12T13:55:07","modified_gmt":"2013-04-12T11:55:07","slug":"warum-internet-keinen-spas-mehr-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=1365","title":{"rendered":"Warum Internet keinen Spa\u00df (mehr) macht"},"content":{"rendered":"<p>Halt! Stopp! Nicht fortfahren! Diesen Beitrag d\u00fcrfen Sie nicht lesen! Dieser Beitrag k\u00f6nnte Spuren von Wahrheit enthalten!<!--more--><\/p>\n<p>Dass man gerade eine schlechte Idee hatte, findet man im Grunde sehr einfach heraus: Wenn man auf dem Lokus einen Furz l\u00e4sst, und die WHO sich \u00fcber steigenden Gestank in der Umwelt aufregt, wei\u00df man, dass da irgendwas nicht stimmt. Dieses dann einzusehen, ist aber leider schwieriger. Wie viel schwieriger solch eine Einsicht sein kann, ist recht gut an den diversen Gesetzen rund um das Internet und die Online-\u00dcberwachung zu sehen.<\/p>\n<p>Wer einmal angefangen hat, ist schon gar nicht mehr so leicht nachvollziehbar, denn was nur verbleibt, ist ein fader Beigeschmack, dass man gegen Windm\u00fchlen k\u00e4mpft. Und so ist es wenig verwunderlich, wenn die <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/foren\/S-Geht-es-nur-mir-so\/forum-244123\/msg-22812867\/read\/showthread-1\">Lust auf die Technik<\/a> sehr gering ausf\u00e4llt:<\/p>\n<blockquote><p>Ich bin gerade in Begriff, mein Informatikstudium abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Und: Ich habe kein Bock mehr auf &#8222;Internet&#8220;. Es wird reguliert, kontrolliert, \u00fcberwacht, vorratsdatengespeichert, trojanisiert, Leistungsschutzgerichtet und kriminalisiert. Zudem \u00fcberlagern eine Handvoll der gr\u00f6\u00dften Unternehmen mit ihrem Einfluss das Netz mit einem undurchdringlichen, zersetzenden und kaum zu umgehenden Filament aus Kommerz pur, sprich: Meinungsdiktatur, Zensur, Tracking, Data Mining, Werbeseuche, Accoundbindungspflicht, Nutzungsunrechte. [&#8230;]<\/p>\n<p>Es ist einfach nicht mehr frei. Wie eine Malen-nach-Zahlen-Vorlage: Wenn man die vorgegebenen K\u00e4stchen ignoriert und sich kreativ erdreistet, wird einem der Pinsel abgenommen und man kassiert Backpfeifen. Leeres Papier ist verboten. Alternativ gibts mit Werbebotschaften vorgedrucktes Papier und die Regierung kontrolliert, ob man die Logos korrekt ausf\u00fcllt.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Und nun sind unsere aktuellen Hochschulabg\u00e4nger nicht zwingend f\u00fcr ihren Tiefblick bekannt, aber wenn bereits ein Absolvent keine Lust mehr auf einen Job hat, f\u00fcr den er jahrelang ein durchaus sehr anstrengendes Studium auf sich nehmen muste, dann l\u00e4sst dies kein gutes Licht f\u00fcr das Berufsfeld. Aber die wenigsten ahnen, welche Abgr\u00fcnde wirklich lauern. Ja, die meisten kennen nur die aufpolierte Oberfl\u00e4che des Monsters und haben noch gar nicht unter dessen Erscheinung geblickt.<\/p>\n<p>Nein, ich meine jetzt nicht diverse Bilder-Boards oder Meme-Fabriken, denn diese sind irgendwie noch mit eine der kreativsten Ecken des Netzes. Sie stellen regelrecht einen Kontrast zu dem dar, was die Sch\u00f6nheit des Internet geradezu mit F\u00fc\u00dfen tritt, indem es voll durchgeplant von Anfang bis Ende nur auf Profit optimiert eine Scheinwirklichkeit schafft, in der man Kleinkinder gefangen halten kann, f\u00fcr die selbst der Tellerrand noch zu weit ist.<\/p>\n<p>Das Internet ist einmal gro\u00df geworden durch die Ideenvielfalt tausender Menschen, denen die Technologie einen einfachen Einstieg in eine neue Welt erm\u00f6glicht hat, frei von den meisten Regeln, die sie in der Gesellschaft sonst eingeengt haben. Es entstanden Pl\u00e4tze, an denen jeder seiner Kreativit\u00e4t Ausdruck verleihen konnte und wodurch zahlreiche Werke entstanden sind, die wenig mit dem Malen-nach-Zahlen heutiger Social Networks zu tun haben, deren Anlage im Wesentlichen darauf fu\u00dft, dass jeder Mensch als Produkt m\u00f6glichst gut genormt verpackt eingefangen werden muss.<\/p>\n<p>Waren es in den Anfangstagen des Internets im Wesentlichen die Technik-Pioniere, die im Angesicht neuer Technik die Grenzen des M\u00f6glichen ausreizen und \u00fcberwinden wollten, wurden diese mit der Zeit durch eine zweite Welle verdr\u00e4ngt: Menschen, die ihren eigenen &#8211; zumeist finanziellen &#8211; Vorteil an jeder erdenklichen Stelle verteidigen wollen, ohne dabei darauf zu achten, ob sich dies mit der vorgefundenen Umgebung vertr\u00e4gt; Kollateralsch\u00e4den nur ein Indiz daf\u00fcr, dass man noch nicht weit genug die Umgebug an sich selbst angepasst hat.<\/p>\n<p>Resultat dieser Welle der Kommerzialisierung um jeden Preis sind tote Informationsw\u00fcsten, mit Reklame \u00fcberzogene Sammlungen von Belanglosigkeiten, die nicht als Kunstwerk oder Mehrwert in sich pr\u00e4sentiert werden, sondern als Teil einer Werbetafel, die auch den letzten Pfennig* aus dem Besucher pressen m\u00f6chte. Das Medium Internet wird nicht mehr als ein Informationsmedium f\u00fcr den Wissensaustausch oder als Kommunikationskanal zwischen gleichwertigen Teilnehmern verstanden, sondern als Indoktrinationselement f\u00fcr bestm\u00f6gliche Profitmaximierung, bei dem der normale Teilnehmer zur\u00fcckgelehnt das Rundum-Sorglos-Paket fressen soll, was ihm so bereitwillig serviert wurde.<\/p>\n<p>Aus einem Netz, welches helfen sollte, Grenzen zu \u00fcberwinden, ist ein Netz der Nationalstaaten geworden, die den Teilnehmer einlullen und in seiner eigenen Wahrnehmungsblase gefangen halten? Beh\u00fctet gar davor, dass er vielleicht einmal etwas sehen oder h\u00f6ren k\u00f6nnte, was nicht in das heile Weltbild der Konzerne oder Mediengestalter passt. Was nicht genehm ist, wird ausgeblendet. Es entsteht eine tote Umgebung, die nicht einmal mehr in der Lage ist, <a href=\"http:\/\/www.onlinewahn.de\/ende.htm\">sich selbst zu parodieren<\/a> &#8211; und doch die beste Parodie ihrer selbst ist.<\/p>\n<p>Der bleibende Eindruck, den ein Besuch in dieser einstmals zu bunten Welt hinterl\u00e4sst ist ein Wochenmarkt-Besuch, bei dem jeder Marktschreier noch lauter als der voriger br\u00fcllt um geh\u00f6rt zu werden &#8211; und dennoch h\u00f6rt keiner hin. Keiner <em>will<\/em> hinh\u00f6ren. An jeder Ecke sieht man die M\u00fcllhaufen, die die billigende Misswirtschaft des Kommerzes an jeder Ecke hinterlassen hat. Haufen von Werbebannern, Lavinen von Spam, Z\u00e4une, die einem den Weg versperren, zum Content, den man eigentlich sehen wollte. Inhalt wird degradiert zum Beiwerk, statt das Werk an sich zu sein.<\/p>\n<p>Aus einem freien Weg zu den gesuchten Informationen wird ein holpriger Pfad mit Wegelagerern, die einen jeden Schritt \u00fcberwachen und dabei versuchen so viel wie m\u00f6glich Informationen und Profit wie m\u00f6glich zu erpressen. Der Besucher wird protokolliert, analysiert, kategorisiert und abgestempelt ohne Ende. Nicht allein von den Anbietern, sondern global jedem, der es schafft, Einsicht darin zu erhalten, was jemand mit seinem Internetanschluss tut. Hatte Orwell mitte der 1940er Jahre noch Schreckensvisionen der \u00dcberwachung ist knapp 60 Jahre sp\u00e4ter die Vorhersage nur ein Tropfen auf den he\u00dfen Stein.<\/p>\n<p>Stellt man sich jedoch hin, um diese Zust\u00e4nde anzuprangern oder zu bek\u00e4mpfen wird man als Irrer abgestempelt oder gleich ganz ignoriert. Man k\u00e4mpft gegen Gebetsm\u00fchlen, die die Sicherheit nur mit noch mehr \u00dcberwachung, G\u00e4ngelung und weiteren Einschr\u00e4nkungen gew\u00e4hrleistet sehen &#8211; eben jenen Mitteln, die gerade der Stein des Ansto\u00dfes sind, jene Mittel, gegen die B\u00fcrgerrechtler seit Jahren geschlossen auf die Stra\u00dfe gehen, da sie f\u00fcr den Zweck undienlich sind: Undienlich, wenn eben dieser Zweck nicht Auspressen des Kommerzviehs lautet.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt bei all dem nur ein fader Beigeschmack und eine Einsicht &#8230;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/uploads\/OnTheInternetCanBeAnything.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/uploads\/OnTheInternetCanBeAnything.jpg\" alt=\"On the Internet you can be anything you want. It&#039;s strange that so many People choose to be stupid.\" width=\"596\" height=\"426\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1403\" srcset=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/uploads\/OnTheInternetCanBeAnything.jpg 596w, https:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/uploads\/OnTheInternetCanBeAnything-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 596px) 100vw, 596px\" \/><\/a><br \/>\n(Bild <a href=\"http:\/\/www.kraftfuttermischwerk.de\/blogg\/?p=50255\" title=\"Kraftfuttermischwerk\">via<\/a>)<\/p>\n<p>*W\u00e4hrungseinheit von Damals(tm), wo noch alles besser(tm) war \ud83d\ude09<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"https:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=1365&amp;md5=f85faa839e00671343b49e2a0a62a585\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halt! 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