{"id":538,"date":"2010-02-14T00:27:32","date_gmt":"2010-02-13T23:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=538"},"modified":"2010-02-15T16:23:34","modified_gmt":"2010-02-15T15:23:34","slug":"zensur-wohin-das-auge-nicht-schaut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=538","title":{"rendered":"Zensur: Wohin das Auge (nicht) schaut!"},"content":{"rendered":"<p>Eines vorweg: Ich versteh es nicht. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder &#8211; unter meist den gleichen Vorw\u00e4nden &#8211; an verschiedenen Stellen Versuche unternommen, eine st\u00e4rkere Reglementierung des Mediums Internet zu erreichen. Das Einzige, was alle Versuche gemein hatten, war, dass der Verlierer von Anfang an feststand: Die Gesellschaft. Und die Gewinner? Niemand, denn gewonnen wurde mit allen Vorschl\u00e4gen nichts. Erreicht wurde nur eines: Der Abbau von B\u00fcrgerrechten.<!--more--><\/p>\n<p>Den Grundstein f\u00fcr diese Hysterie der Sperren, Reglementierungen, Bevormundungen bilden zumindest symbolisch &#8211; f\u00fcr die aktuellen Entwicklungen &#8211; die Anschl\u00e4ge des 11. September 2001. Ob Inszenierung oder nicht, leiteten diese eine Phase der Verunsicherung ein, die als Ausgangspunkt daf\u00fcr genommen wurde, dass der Staat dem verunsicherten &#8211; gar \u00e4ngstlichen &#8211; B\u00fcrger Schutz anbot. Schutz vor einem (globalen) Feind, einem imagin\u00e4ren Feind, der durch t\u00e4gliche Erw\u00e4hnung in den Nachrichten in das Unterbewusstsein eingebrannt wurde, so er noch nicht vorhanden war. Wiederholt und wiederholt, bis man selbst seine L\u00fcgen glaubte. Terroristen sind nicht Menschen, die t\u00f6ten, sondern Menschen, die korrumpiert durch jahrelanges Konditionieren die ihnen verliehene Macht missbrauchen! Und doch wird uns eingetrichtert, die Symptome seinen das Problem und nicht die nat\u00fcrliche Reaktion auf eine Welt, in der ehrliche Menschen offen belogen und betrogen werden. Man wundert sich gar, dass diese Betrogenen sich zur Wehr setzen, weil sie die indoktrinierten Lobges\u00e4nge und L\u00fcgen nicht mehr h\u00f6ren k\u00f6nnen, h\u00f6ren wollen! Man verf\u00e4hrt im Kreis, da Divide et Concere noch immer das profitabelste Gesch\u00e4ftsmodell ist, geht es nach den F\u00fchrern und Lenkern der Nationen. Und da wird auch mal ganz gern <a href=\"http:\/\/icelandweatherreport.com\/2009\/08\/kaupthings-loan-book-exposed-and-an-injunction-ordered-against-ruv.html\">eine ganze Nation so eben verscherbelt<\/a> oder unsere Zukunft.<\/p>\n<p>Und aus dieser Unzufriedenheit l\u00e4sst man Unmut keimen, <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?q=Sauerl%E4nder\">z\u00fcchtet sich seine Terroristen<\/a> nach Bedarf &#8211; l\u00e4sst man nur genug Unrecht entstehen, werden sich schon Terroristen finden! Oder halt Gelegenheiten, absoluten Schutz zu versprechen, den es in der Realit\u00e4t nicht geben kann. Und man verspricht auch nicht nur irgendeinen Schutz, sondern garantiert ein rundum sorgenfreies Leben f\u00fcr alle Sch\u00e4fchen, die angepasst auf der Weide stehen, gen\u00fcsslich das bereitstehende Gras fressen und sich auch nicht in ihrem Wohlgef\u00fchl beirren lassen, wenn ein paar Wachhunde Gef\u00e4hrten entfernen, weil es gef\u00e4hrliche &#8211; nein GEF\u00c4HRDENDE -, verkleidete W\u00f6lfe sind. Und in diesem Rundum-Sorglos-Paket eingelullt verbringen die Schafe nun Tag ein, Tag aus ihr angepasstes Leben. Ackern hart, um doch am Ende des Tages am gleichen, kahl gefressenen Ort anzukommen, von dem sie morgens losliefen.<\/p>\n<p>Und der Schutz ist umfassend, denn er sch\u00fctz nicht nur vor dem b\u00f6sen Wolf, dem Dieb, der der alten Oma die Handtasche entwendet oder dem b\u00f6sen Nachbarn, der immer neidisch vom fremden Rasen isst, weil der viel gr\u00fcner ist. Aber er sch\u00fctz auch vor&#8217;m Denken, was man schon aus Bequemlichkeit sein lassen sollte &#8211; Und merken braucht man sich in dieser merkbefreiten Welt erst recht nichts, denn sonst vielem einem die zahlreichen W\u00f6lfe auf, die tag ein, tag aus gen\u00fcsslich am eigenen Leben herumkauten. Kurzum: Er sch\u00fctz vor so ziemlich allem!<\/p>\n<p>Aber wogegen er nicht sch\u00fctzt, sind das schwarzen Schafe, die am lautesten bl\u00f6ken, wie unsicher doch alles ist, um einen weiteren Teil ihrer Freiheiten abzugeben, weil sie sich dann vielleicht sicherer f\u00fchlen w\u00fcrden. Und genau dieser (elit\u00e4ren) Gruppe hat die Herde die Leitung abgetreten. Dieser organisierten Clique von W\u00f6lfen, die schon l\u00e4ngst das Festmahl geplant und die Herde unter sich aufgeteilt haben; und einzig auf den passenden Augenblick warten.<\/p>\n<p>Auf Momente, wie die U-Bahn-Anschl\u00e4ge von Madrid und London. Oder auf Aufst\u00e4nde in L\u00e4ndern, die man pauschal zu Nestern des Terrorismus deklariert hat. Da es weit entfernt f\u00fcr Schafe gef\u00e4hrlich ist, sich abseits der eingezeunten, \u00fcberwachten und vollst\u00e4ndig dokumentierten Weiden aufzuhalten, \u00fcberwacht man noch mehr, z\u00e4unt immer enger und dokumentiert immer genauer, welches Schaf die hoheitlichen Weiden verl\u00e4sst oder sich auff\u00e4llig verh\u00e4lt. Man beobachtet die Schafe zu jeder Zeit; denn jedes nicht erfasstes Bl\u00f6ken k\u00f6nnte eine Gefahr f\u00fcr einen selbst &#8211; und vielleicht auch andere) darstellen. Und nur zur Sicherheit <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorratsdatenspeicherung\">speichert man die Adressaten gebl\u00f6kter Nachrichten<\/a>, weil man es noch einma brauchen k\u00f6nnte!<\/p>\n<p>Verreist ein Schaf dann einmal zu einer anderen Weide, wird dies <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fluggastdaten_Abkommen\">vollautomatisch an die H\u00fcter der Oberweide mitgeteilt<\/a>. Auch f\u00fcr die Unterhaltung der W\u00f6lfe ist gesorgt: Mit reichlich <a href=\"http:\/\/wiki.vorratsdatenspeicherung.de\/Arbeitsgruppe_Video%C3%BCberwachung\">Live-Fernsehen von \u00f6ffentlichen Orten<\/a>, direkt in die zentralen der Wachhunde. Denn nur \u00fcberwachte Schafe sind gute Schafe!<\/p>\n<p>Und ziehen sich die Schafe von der Weide zur\u00fcck, sucht man andere Wege, das Bild \u00fcber ihr Leben zu vervollst\u00e4ndigen. Pers\u00f6nliche Treffen werden als konspirativ erkl\u00e4rt, <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?ts=ba92659a\">geheime Kommunikation ein Verdachtsmoment<\/a> und das <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b6b9e671\">Tauschen von Kulturg\u00fctern<\/a> wird kriminalisiert. Wenn das \u00dcberwachen der Herde auf den Weiden nicht mehr reicht, wird jedes einzelne Schaf <a href=\"http:\/\/wiki.vorratsdatenspeicherung.de\/Elektronischer_Personalausweis\">elektronisch verwanzt<\/a> und jeder Lebensbereich <a href=\"http:\/\/wiki.vorratsdatenspeicherung.de\/Arbeitsgruppe_Online-Durchsuchung\">online durchsucht<\/a> F\u00fcndig wird man schon werden &#8211; die zus\u00e4tzliche Sicherheit dabei ist nur der Vorwand.<\/p>\n<p>Mit diesen Placebos f\u00fcr den Kampf ger\u00fcstet stellt man keine Besserung der Situation auf der Weide fest. Und statt die Ursachen des Fehlschlags zu suchen, sieht man &#8211; ach Wunder -, dass jeder mutma\u00dfliche Terrorist ein Konto besitzt, welches man &#8211; <a href=\"http:\/\/wiki.vorratsdatenspeicherung.de\/Abschaffung_des_Bankgeheimnisses\">dank abgeschafftem Bankgeheimnis<\/a> &#8211; hemmungslos nach kompromitierenden Transaktionen durchschnurcheln kann.<\/p>\n<p>Wobei &#8211; nicht ganz! Gefunden werden darf nur, was nicht auf der BlackSuitcaseList steht. Also Otto Normalb\u00fcrger und Lisa M\u00fcller. Aber wehe, es taucht mal <a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b592927a\">eine<\/a>, ach was sag ich <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b5935751\">VIELE<\/a> <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b5932593\">CDs<\/a> mit Daten auf &#8230; Dann muss <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b59323e2\">erbarmungslos aufgekl\u00e4rt<\/a> werden. Also, wenn sie es verst\u00fcnden.<\/p>\n<p>F\u00fcr solche Spitzfindigkeiten gibt es aber &#8211; wenn schon der Staat nicht mehr seine Gesetze versteht &#8211; immer noch findige B\u00e4nker, die unter Ausnutzung all ihrer Erkenntnisse aus dem Buchhaltungsstudium die Finanzen auf ihre Weise zurecht biegen. Oder auch einfach nur sorgf\u00e4ltig nach Plan eine Finanzkrise inszenieren, die die Verursacher zu Gewinnern und Unbeteiligte zu Verlierern macht. Und wenn man grad den 20-Jahres-Plan der Finanzwert-Vernichtung hundertfach \u00fcbererf\u00fcllt hat, bleiben dennoch genug Zeit-Reserven, um Staat noch etwas Nachschub f\u00fcr&#8217;s Verheizen abzuleiern: Der Winter ist schlie\u00dflich kalt! Genauso wie die Stimmung auf den Finanzm\u00e4rkten, wenn der ers\u00e4hnte Nachschub ausbleibt. Obwohl: F\u00fcr Spa\u00df gibt es ja die <a href=\"https:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b6dbc94a\">Cocaine Import Agency<\/a>.<\/p>\n<p>Wer aber keinen Spa\u00df hat, ist das normale Schaf, was ohne Schutz vor den W\u00f6lfen im Regen stehen gelassen wird und dabei ziemlich dumm aus seiner Wolle glotzt. Wobei nicht ganz. Man tut ja etwas &#8222;f\u00fcr die Schafe&#8220; (und <em>ihre Kinder<\/em>): Man besch\u00fctzt Sie vor der fiesen, gro\u00dfen Welt da drau\u00dfen, die so lehrreiche Dinge beinhaltet wie Meinungen, Hintergr\u00fcnde und manchmal sogar <a href=\"http:\/\/wikileaks.org\/\">die Wahrheit<\/a>! Auch wenn <a href=\"http:\/\/de.indymedia.org\/2007\/12\/203797.shtml\">jede Wahrheit vier Seiten hat<\/a>.<\/p>\n<p>Die Schafe werden vor sich selbst besch\u00fctzt, um zu verhindern, dass sie anfangen selber zu denken. Anfangen, das Tun der W\u00f6lfe zu hinterfragen. Zu verhindern, dass die Schafe mitbekommen, welche Vetternwirtschaft die W\u00f6lfe unter den Augen der geblendeten Schafe betreiben. Und zur Legitimation stellen sich die W\u00f6lfe als Schafe dar, die vor den b\u00f6sen W\u00f6lfen sch\u00fctzen, die Abseits der Weiden lauern &#8211; und manchmal auch auf die Weide kommen, um unschuldige Schafe zu rei\u00dfen. Und sind gerade keine W\u00f6lfe da, so werden sie erschaffen. Gewarnt wird vor Allem: Dem Nachbarn, dem Bekannten, dem Unbekanntem &#8211; ja dem gesamten Leben. Und alles, um am Ende sicherzustellen, dass ein weiterer unwirksamer Schutzwall an die Schafe verkauft wird.<\/p>\n<p>Doch man hat Angst unter den W\u00f6lfen. Angst, dass sich die Schafe organisieren. Mit Mitteln, die man nicht kennt, nicht versteht und erst recht nicht kontrolliert. Und da man sich bewusst ist, unter den W\u00f6lfen, dass Schafe, die nicht ausreichend Angst voreinander haben und daher miteinander reden, gef\u00e4hrlich sind, greift man ein, damit jeder Fitzelchen an Kommunikation unter der Kontrolle der W\u00f6lfe steht. Denn Schafe sollten so frei sein, zu tun, was die W\u00f6lfe von ihnen wollen!<\/p>\n<p>Die W\u00f6lfe wissen aber auch, dass sie die Schafe nicht zu ihrem Gl\u00fcck zwingen wollen. Denn erst m\u00fcssen die Schafe aus tiefstem Herzen so frei sein, unfrei zu sein, bevor man ihnen gibt, was sie wollen. Man schafft Vorbilder, f\u00fcr die Schafe, in dem man ihnen fremde, gr\u00fcnere Weiden zeigt, auf denen die Schafe wegen ihrer Unterdr\u00fcckung so gl\u00fccklich sind. <a href=\"http:\/\/thenextweb.com\/au\/2010\/02\/05\/afraid-internet-censorship-australia-live\/\">Ihre Unwissenheit, ist ihre St\u00e4rke<\/a>!<\/p>\n<p>Aber die Schafe schlafen nicht. Zumindest nicht alle. Es formiert sich Widerstand. Eine kleine, aber stetig wachsende Gruppe pr\u00e4digt wider der W\u00f6lfe eine bessere Zukunft, zeigt gar den Wegins gelobte Land. Doch daf\u00fcr brauchen sie ihre Kommunikation: Anonym, frei und grenzenlos. Brauchen mutige Schafe, die die Herde \u00fcber die Missst\u00e4nde informieren, die eingreifen und ihr saftiges Gras riskieren, um die Herde voran zu bringen, damit die Weide nicht nur Einheitsgras, sondern vielf\u00e4ltige Nahrung bietet. Kurzum: Schafe, die sich <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7\/Doc~E27FF6A1E5E8049F8938225AF5ACAB24C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">der Wahrheit verpflichtet<\/a> f\u00fchlen!<\/p>\n<p>Und diese Schafe organisieren sich und b\u00fcndeln ihre Kr\u00e4fte, um der Herde die M\u00f6glichkeit zu verschaffen, gemeinsam und ungeblendet gegen die W\u00f6lfe unter ihnen vorzugehen. Also hilf ihnen, statt immer nur nach dem Heulen der W\u00f6lfe zu bl\u00f6ken: Denn Du hast eine eigene Stimme!<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=538&amp;md5=5e8cb807e574d0dae3cce2b03c98a281\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines vorweg: Ich versteh es nicht. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder &#8211; unter meist den gleichen Vorw\u00e4nden &#8211; an verschiedenen Stellen Versuche unternommen, eine st\u00e4rkere Reglementierung des Mediums Internet zu erreichen. Das Einzige, was alle Versuche gemein hatten, war, dass der Verlierer von Anfang an feststand: Die Gesellschaft. Und die Gewinner? 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