{"id":469,"date":"2010-01-19T17:48:20","date_gmt":"2010-01-19T16:48:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=469"},"modified":"2010-01-19T17:48:20","modified_gmt":"2010-01-19T16:48:20","slug":"die-veranderung-der-konstanz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?p=469","title":{"rendered":"Die Ver\u00e4nderung der Konstanz"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Welt ist schnell geworden. F\u00fcr einige gar zu schnell. Schaut man sich einmal um, so findet man sich st\u00e4ndig umgeben von Ver\u00e4nderung, Erneuerung. Es gibt keine Welt, die stillsteht&#8230; So beschreibt es zumindest <a href=\"http:\/\/futurezone.orf.at\/stories\/1633434\/\">Peter Glaser<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Fr\u00fcher gab es einen Zustand, dann kam eine Ver\u00e4nderung, dann ein neuer Zustand. Jetzt ist Ver\u00e4nderung der Zustand. Fr\u00fcher hat der Gro\u00dfe den Kleinen gefressen, dann fra\u00df der Schnelle den Langsamen. Nun wird das Manchmal vom Immer verschluckt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch ist unsere Welt wirklich bereits in st\u00e4ndigem Fluss. Oder war sie das nicht vielleicht schon immer, aber wir haben es einfach nicht mitbekommen?<!--more--><\/p>\n<p>Schaut man sich um, so passieren jeden Tag auf der Welt zahlreiche Dinge. Man geht morgens zur Arbeit, w\u00e4hrend andernorts Leute von Arbeit kommen; man isst gem\u00fctlich mit Kollegen Mittag, w\u00e4hrend andernorts in einer lockeren Runde ein gem\u00fctlicher Abend mit Freunden verbracht wird. Ja sogar w\u00e4hrend diese Zeilen geschrieben werden, f\u00e4llt irgendwo in China vielleicht gerade ein Sack reis um und k\u00fcndigt allein dadurch, dass er es tut, oder auch nicht die n\u00e4chste Katastrophe an. Nur w\u00e4hrend wir einen Teil der aufgez\u00e4hlten Ereignisse aktiv wahrnehmen k\u00f6nnen, entziehen sich andere Ereignisse unserer Wahrnehmung.<\/p>\n<p>Wir sind blind gegen\u00fcber der Distanz des Ereignisses, taub gegen\u00fcber der Natur und stumm gegen\u00fcber unseren W\u00fcnschen.<\/p>\n<p>War der Sack Reis f\u00fcr uns im Mittelalter &#8211; allein schon wegen seiner Entfernung zu uns &#8211; in seiner Existenz noch unvorstellbar, r\u00fcckte er mit der vortschreitenden Entwicklung der Technik immer n\u00e4her in unser Leben. Dinge, die wir bisher nicht wahrgenommen haben, wurden pl\u00f6tzlich fassbar. Unser Lebensbereich vergr\u00f6\u00dferte sich mit jeder Entwicklungsstufe. Doch was unver\u00e4ndert blieb, waren wir.<\/p>\n<p>Der Mensch tauschte Innovationen aus, entwickelte neue Technik, doch blieb selbst in seiner Unvollkommenheit gefangen. Durch immer neue Technik versuchte er dies zwar zu \u00fcberspielen, oder zu kompensieren, was ihm zu Weilen auch gelang. Neue Technik hob ihn immer weiter von der Umwelt ab, aus der er einst entstanden war. Er formte diese nach seinen Erfordernissen &#8211; so glaubte er -, sah aber nicht, welche Zerst\u00f6rung er anrichtete. Die Menschen entwickelten ihre Gesellschaft stetig weiter. Doch was unver\u00e4ndert blieb, waren wir.<\/p>\n<p>An einem Punkt angekommen, an dem der Mensch sich als Sch\u00f6pfer f\u00fchlte, Technik und Wissenschaft jeden Tag auf&#8217;s Neue Wunder vollbrachten und Wissen nicht mehr aus Neugier, sondern als Mittel zum Zweck, gesammelt wurde, begann der Mensch, seine W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen. Oberfl\u00e4chliche, gar banale W\u00fcnsche wurden von seinen Wundermaschinen am Flie\u00dfband erf\u00fcllt. Mit Technik wurde das Leben beschleunigt, bis er sich durch die schiere Geschwindigkeit selbst abgeh\u00e4ngt hatte. Denn was unver\u00e4ndert blieb, waren wir!<\/p>\n<p>Wir, das sind Menschen, die wir uns durch das Menschsein definieren. Die nicht als reine Filterfunktion in irgendeinem Netzwerk auftauchen wollen, keine Schraube in einer Maschine, deren Zweck wir nicht kennen, sondern Wesen, die wir mit unseren beschr\u00e4nkten Kapazit\u00e4ten mehr sein wollen, als nur Mittel zum Zweck. Wesen, mit einer begrenzter Wahrnehmung, die ihren Platz in dieser Welt finden wollen, die sich jeden Tag auf&#8217;s Neue erfindet, um dennoch ewig gestrig zu sein.<\/p>\n<p>Der Reissack in China ist endlich umgefallen &#8211; oder auch nicht. Denn im Endeffekt ist es egal, ob er nun f\u00e4llt oder sich neu aufrichtet um irgendwann einmal zu fallen. Statt unser Leben von ihm abh\u00e4ngig zu machen, indem wir ihn an eine Leine nehmen, sollten wir ihn ignorieren, um uns selbst in Sicherheit zu bringen.<\/p>\n<p>Und wenn wir erst einmal im Kleinen die vielen unwichtigen Dinge hinter uns gelassen haben, k\u00f6nnen wir uns um Wichtigere, gr\u00f6\u00dfere Reiss\u00e4cke k\u00fcmmern, die an jeder Ecke auf uns warten. Dinge, die uns voranbringen, eine Gemeinschaft zu bilden, die gr\u00f6\u00dfer ist, als wir selbst. Eine Gemeinschaft, die uns im Endeffekt hilft, auch wieder jeden Reissack vor dem Umkippen zu bewahren, da wir nun die Resourcen haben, uns auch um diese Dinge zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Derzeit leben wir in einem Zustand, in dem sich die Welt jeden Tag auf&#8217;s Neue zu ver\u00e4ndern scheint. Doch schaut man genau hin, so ist jeder dieser unterschiedlichen Eindr\u00fccke nur der Perspektive des Betrachters verschuldet. Es ist die gleiche Welt, denn bisher haben wir sie noch nicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\"><a href=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/?flattrss_redirect&amp;id=469&amp;md5=79c760b3b2e6260935224a020c90912a\" title=\"Flattr\" target=\"_blank\"><img src=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" srcset=\"http:\/\/blog.benny-baumann.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this!\"\/><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Welt ist schnell geworden. F\u00fcr einige gar zu schnell. Schaut man sich einmal um, so findet man sich st\u00e4ndig umgeben von Ver\u00e4nderung, Erneuerung. Es gibt keine Welt, die stillsteht&#8230; So beschreibt es zumindest Peter Glaser: Fr\u00fcher gab es einen Zustand, dann kam eine Ver\u00e4nderung, dann ein neuer Zustand. Jetzt ist Ver\u00e4nderung der Zustand. 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